Wertvolle Tipps von einem erfahrenen Hühnerhalter
Eine große Schar an interessierten Besuchern aus Inzell, Hammer und Weißbach war beim Vortrag von Josef Lechner, Zuchtwart und langjähriger Hühnerhalter, anwesend. In einem aufschlussreichen und mit vielen Hinweisen versehenen Referat gab dieser Tipps von A wie Aufzucht bis Z wie Zusammenleben für die Haltung von Hühnern im Privatgarten.
Wichtig war Lechner das Thema Gesunderhaltung. So plädierte er für abwechslungsreiches Futter. Fertigfutter solle auf alle Fälle mit Zusatzfutter wie Quark, getrockneten Eierschalen, Kräutern und Heilpflanzen, aber auch Obst und Gemüse ergänzt werden. Darmgesundheit seit beim Huhn das Wichtigste. Er riet dabei dringend von der Dauerfütterung ab, bei der die Tiere den ganzen Tag fressen könnten. Aus seiner Erfahrung heraus gab er den Besuchern mit, nur soviel Futter in den Gefäßen zur Verfügung zu stellen, wie die Hühner zwei Mal am Tag in 10 Minuten fressen könnten – mehr nicht. Ansonsten käme es zur Verfettung und Abnahme der Legeleistung. Ein weiterer Punkt für die Gesundheit der Tier sei ein trockener Stall, der gut belüftet (keine Zugluft) sein solle – auch im Winter. Die Tiere habe in der kalten Jahreszeit kein Problem mit Minustemperaturen. Bei der Besetzung des Stalles solle man auch auf die Maximalzahlen achten. D.h., nicht zu viele Tiere in einem zu kleinen Stall und Auslauf zu halten. Beim Auslauf sei Schatten wichtig, Gras solle es geben und die Größe von 10 (bei leichten und Zwergrassen) bis 15 m² je Tier (bei schweren Hühnern) kalkuliert werden. Bruthennen solle man mit ihren Küken einen separaten Auslauf zur Verfügung stellen.
Zur Vorbeugung gegen Parasiten und ähnlichem wie Federlinge und Vogelmilben empfahl er das Aufhängen von frischen Walnusszweigen im Stall oder das bereits bekannte Einstäuben mit Kieselpur.
Bei der Auswahl von Rassen könnten Kriterien wie Größe und Farbe des Federkleides aber auch die Farbe der Eier ausschlaggebend sein. Gerade die Farbe der Eier können sich zwischen weiß, braun, grün oder schokobraun bewegen. Als Zuchtwart stellte er auch verschiedene Rassen vor. Die Rasse Brahma sei weltweit das schwerste Huhn mit einem Gewicht beim Gickerl bis zu 5 kg. Das Sulmtaler Huhn aus der Steiermark werde als Zweinutzungshuhn sowohl wegen der Fleischqualität als auch Legeleistung geschätzt.
Das Huhn der Rasse Plymouth Rocks sei sehr zutraulich, aber in seinem Bestand gefährdet. Die Seidenhühner der Rasse Australorps brüten sehr gern. Insgesamt gebe es etwa 180 verschiedene Hühnerrassen und noch viel mehr Farbschläge. Abschließend ging Lechner auf Fragen der Besucher zu Themen wie Mauser, Brut, automatische Hühnerklappen, Auswahl des Futters und zum Alter der Tiere ein. Es war ein wirklich sehr besonderer Vortrag mit vielen praktischen Tipps.
