„Garteln wäre ganz einfach – höre auf Deinen grünen Daumen“ – praktische Ratschläge bei der Herbstversammlung des Gartenbauvereins Inzell-Hammer-Weißbach

„Garteln wäre ganz einfach – höre auf Deinen grünen Daumen“ – praktische Ratschläge bei der Herbstversammlung des Gartenbauvereins Inzell-Hammer-Weißbach

„Garteln ist ganz einfach – höre auf Deinen grünen Daumen“, so lautete der Ratschlag von Alois Schrögmeier an die Mitglieder des Gartenbauvereins Inzell-Hammer-Weißbach bei der Herbstversammlung im Pfarrheim St. Michael in Inzell. Schrögmeier, ehemaliger Gartenbauvereinsvorstand und versierter Gartler, gab bei seinem Vortrag zahlreiche Tipps weiter, wie man sich das Leben im Garten leichter machen kann. An erster Stelle standen seine Ratschläge, beim Arbeiten im Garten und Gießen keine Automatismen umzusetzen. Wenn man auf Handschuhe verzichte, habe man einfach mehr Gefühl für die Pflanzen und die Erde. Vor dem Gießen kurz die Feuchtigkeit der Erde mit dem Finger prüfen. Wenn dann Wasser notwendig sei, lieber weniger oft und dafür gscheit wässern – auf alle Fälle nicht britscheln. Er erklärte dazu, dass die meisten Pflanzen nicht vertrocknen, sondern zu viel gegossen und deshalb kaputt werden. Er plädierte auch dafür, Schädlinge mit Nützlingen zu bekämpfen. Dafür brauche es Zeit – zuerst kommen die Schädlinge und dann einige Zeit danach automatisch die Nützlinge. So konnte man es heuer bei den Blattläusen und Marienkäfern beobachten. Der Referent sprach sich für eine nachhaltige und umweltfreundliche Gartenarbeit aus. Der beste Pflanzenschutz könne mit gutem Saat- oder Pflanzgut, dem passenden Standort, den rechten Bodenverhältnisse, sowie mit genug Wasser und Luft bzw. Licht gewährleistet werden. So sollten Gartler auch die Zeichen der Natur beachten, wenn Zeigerpflanzen Hinweise auf die Bodenqualität im Garten geben. Bodenverbesserung kann man mit dem eigenen Kompost und eine notwendige Düngung mit einem sogenannten Komposttee erreichen. Aber auch Schafwolle ist hilfreich – sowohl in der Erde als Langzeitdünger wie auch als Wollbüschel an gefährdeten Pflanzen zum Vertreiben von Rehen, die sich sonst gern im Obst- und Gemüsegarten bedienen. Beim Salat und Gemüse regte Alois Schrögmeier auch die Verwendung von Wildkräutern wie Gundermann mit seinem hohen Vitamin C-Gehalt oder dem guten Heinrich – einem wilden Spinat – an. Um mehr Vielfalt in die Gärten zu bringen, sollte altes Saatgut mit seiner großen Bandbreite an Farb- und Geschmackserlebnissen verwendet werden. So gibt es unzählige Sorten von Tomaten, Kartoffeln oder Salat – einfach mal experimentieren und ausprobieren. Ratschläge zum Garteln kann man auch im Gespräch mit erfahrenen Gartenbesitzern erhalten. Stellvertretend für diese standen zwölf Männer und Frauen, die bei der Versammlung für langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet worden sind – Georg Koch, Hilde Rieder, Annelies Gimpl und Maria Posch für 50 Jahre sowie Magdalena Peter, Wolfgang Dumke, Anneliese Wieser, Rosi Koch, Wolfgang Tewes, Maria Fakler, Ursula Stief und Markus Pfanzelt für 40 Jahre. Vorstand Florian Seestaller gab dazu bekannt, dass die Mitgliederzahl mittlerweile auf 555 Personen angestiegen ist. Um die Angebote für die Mitglieder auszubauen, werden Personen gesucht, die sich zum Gartenpfleger ausbilden lassen. Die entsprechende Weiterbildung des Kreisverbandes beginnt am 25. Januar. Interessierte sollten sich beim 1. Vorstand melden.

Fotos: Waltraud Jahn